Spielberichte LK Süd (2022/23)

2.Spieltag (25.09.2022): SV Kelsterbach I – SC 1970 Lorsch I 2-6

Hoher Sieg trotz Schwächung durch Covid-19-Infektionen

Am zweiten Spieltag in der LK-Süd konnte die Lorscher erste Mannschaft einen überzeugenden Sieg beim Aufsteiger aus Kelsterbach verbuchen.

Durch akute Covid-19-Infektionen war das Team geschwächt und konnte demzufolge lediglich an sieben Brettern antreten. Somit lag die Mannschaft schon vor Matchbeginn mit einem vollen Punkt zurück und musste eine konzentrierte Mannschaftleistung bieten, um diesen Rückstand aufzuholen.


An Brett 1 traf Markus Meiser auf Matthias Nagel.
Meiser legte die Eröffnung äußerst scharf an und ging damit ein hohes Risiko ein.
Nagels König war in der Mitte „steckengeblieben“ und Meiser nutzte diesen Umstand, um einen
direkten Königsangriff zu inszenieren. Bei unklarer Lage im Zentrum und Entwicklungsrückstand von Nagel gelang es ihm, mit einem Turm auf die achte Reihe einzudringen, und Nagel dermaßen unter Druck zu setzen, sodass dieser zur Aufgabe gezwungen wurde.


Brett 2 war unbesetzt und brachte Kelsterbach einen kampflosen Sieg.


An Brett 3 trafen die Kontrahenten Jochen Wilhelm und Mario Markic aufeinander.
Auch hier kam es zu einem äußerst scharfen und komplizierten Wettstreit.
Wilhelm entschied sich frühzeitig, den gegnerischen König zu attackieren, und hatte schon einige Figuren bedrohlich auf den Königsflügel gerichtet. Um seine Angriffsidee durchzusetzen, musste er allerdings seinen Damenflügel aufgeben, dort alle Brücken hinter sich abbrechen und zu einem riskanten Figurenopfer bereit sein. Letztendlich gelang es Markic, den Angriff unter Kontrolle zu halten, musste allerdings auf der anderen Brettseite Zugeständnisse machen. Die Lage blieb weiterhin kompliziert, doch Wilhelm gelang es, im weiteren Verlauf seine Stellung folgerichtig zu verstärken und den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.


Die Partie an Brett 4 zwischen Alexander Sasa Djakovic und Michael Janson war wohl die Längste dieses Spieltages und endete nach 74 Zügen.
Schon in der Eröffnungsphase gelang es Janson die Herrschaft über die weißen Felder zu erlangen und die Basis für ein Spiel am Damenflügel zu legen. Djakovic versuchte Initiative am Königsflügel zu entwickeln, doch Janson gelang es, die Bestrebungen des Gegners zu neutralisieren und selbst einen Bauern am Damenflügel zu gewinnen. Schließlich landete man in einem Endspiel, wobei Janson über das Läuferpaar gegen Springer und Läufer verfügte. Janson spielte konzentriert und umsichtig, gewann eine Figur und trieb Djakovic nach und nach in die Enge, sodass dieser zur Aufgabe gezwungen wurde.


Die Partie an Brett 5 zwischen Benedikt Gremm und Sinan Sinanovic war die letzte laufende Partie dieses Wettkampfes.
Gremm erzielte einen schönen Raumvorteil im Zentrum und eine harmonisch wirkende Aufstellung seiner Figuren. Diesen Umstand nutzte Gremm, um systematisch weiteren Druck aufzubauen und den Gegner vor Probleme zu stellen. Nach einigen Abtäuschen vereinfachte sich das Spiel und Sinanovic fand sich in einer passiven Situation wieder. War doch sein Springer an die Deckung eines wichtigen Bauern gebunden und Gremms König befand sich zudem in einer sehr aktiven Position.Man hatte den Eindruck, dass Gremm seinen Gegner in Zugzwang bringen konnte, um so den Sieg zu erzwingen. Doch Sinanovic konnte die Stellung halten und so einigte man sich folgerichtig auf eine Punkteteilung.


Die Auseinandersetzung zwischen Paul Gidinceanu und Andreas Degenhardt fand an Brett 6 statt.
Degenhardt startete mit einer eher defensiv ausgerichteten Eröffnung und erreichte damit eine etwa ausgeglichene Position. Gidinceanu erspielte sich zwar einen Raumvorteil, konnte diesen Umstand jedoch nicht zu einem entscheidenden Vorteil verdichten. Gidinceanu entschloss sich im weiteren Verlauf zu einem Figurenopfer, doch Degenhardt konterte
mit einem direkten Gegenopfer, was für ihn zu einer positionell besseren Stellung führte.
In der Folge gelang es Degenhardt sogar, eine Figur zu gewinnen und somit die Partie für sich zu entscheiden.


An Brett 7 entwickelte sich eine interessante Partie zwischen Wolfgang Langer und Werner Hofmann. Langer erreichte eine aussichtsreiche Position im Mittelspiel, hatte er doch eine gefährliche Bauernwalze von vier verbundenen Bauern weit nach vorne bringen können. Langer operierte konzentriert und geduldig, um diesen Vorteil zur Geltung zu bringen. Schließlich gelang es ihm, seinen Gegner zielgerichtet unter Druck zu setzen und schrittweise „einzuschnüren“, sodass dieser seine Niederlage akzeptieren musste.


An Brett 8 kam es zur Begegnung zwischen Jürgen Meier und Hans Esterluss.
Esterluss wählte mit den schwarzen Steinen eine Eröffnung, mit der er bestens vertraut ist.
So war es nicht verwunderlich, das Meier keine nennenswerten Vorteile aus der Eröffnung und dem Mittelspiel realisieren konnte. So kam es dann auch zu einem frühen Remisangebot Meiers. Esterluss lehnte ab und setzte das Spiel fort, denn die Lage an den restlichen Brettern war noch unklar und ein Vorteil zugunsten der Lorscher Spieler nicht absehbar.
Esterluss unternahm noch einige Bemühungen, um das Gleichgewicht in der Stellung zu seinen Gunsten zu verschieben, doch alle Mühen waren vergeblich und so einigte man sich auf ein Remis.


Wie fällt das Resümee dieses Spieltages aus?
Man könnte sagen, ein Pflichtsieg gegen einen Aufsteiger?
Nun ja, es bleibt allerdings anzumerken, dass das Lorscher Team an nur sieben Brettern antrat und die Leistungsdichte der Mannschaften in der Landesklasse Süd sehr eng beieinander liegt, ein Sieg muss daher immer erkämpft werden.
In Anbetracht dieser Umstände ist der doch relativ hohe Sieg umso erfreulicher und gibt Auftrieb für die kommenden Aufgaben.

Bericht von Michael Janson

Begegnungen in der Übersicht:

SV Kelsterbach ISC 1970 Lorsch I2:6
Nagel, MatthiasMeiser, Markus0:1
Zweschper, ErichSchmidt, Danny+:-
Markic, MarioWilhelm, Jochen0:1
Djakovic, AlexanderJanson, Michael0:1
Sinanovic, SinanGremm, Benedikt½:½
Gidinceanu, PaulDegenhardt, Andreas0:1
Hofmann, WernerLanger, Wolfgang0:1
Meier, JürgenEsterluss, Johannes½:½

____________________________________________________________________________

1.Spieltag (11.09.2022): SK Bickenbach I – SC 1970 Lorsch I 7-1

Missglückter Saisonstart der ersten Garnitur des SC 1970 Lorsch

Am 1. Spieltag reiste die Mannschaft des SC Lorsch I zum schweren Auswärtsspiel nach Bickenbach.
Leider konnte der Überraschungserfolg aus der letzten Saison nicht wiederholt werden, wo man ein Ergebnis von 4 – 4 erreichen konnte.

Bickenbachs erste Mannschaft hatte sich für diese Verbandsrunde noch einmal verstärkt und waren an allen 8 Brettern nominell deutlich überlegen, zumindest wenn man die Wertungszahlen zugrunde legt. Dieser Umstand schlug sich dementsprechend auch im Endergebnis wieder.

An Brett 1 traf Jochen Wilhelm auf Peter Keller.
Nach der Eröffnungsphase konnte eine ausgeglichene Stellung erreicht werden, allerdings gelang es Peter Keller im weiteren Partieverlauf, Initiative am Damenflügel zu entwickeln und einen Freibauern auf dem Feld c3 zu etablieren, der das weiße Spiel deutlich erschwerte und Wilhelm zur umsichtigen Verteidigung zwang. Schließlich konnte Keller die Herrschaft über die schwarzen Felder gewinnen, mit einem Turm in das weiße Lager eindringen und Wilhelm in eine hoffnungslose Lage bringen.

An Brett 2 standen sich Leon de Visser und Marcus Meiser gegenüber.
Meiser kam im Mittespiel in eine schwierige Situation, hatte er sich doch eine zerrüttete Bauernstellung um den König zufügen lassen. Daraus ergaben sich Motive für einen direkten Angriff auf Meisers König. Meiser fand keine ausreichende Kompensation und war gezwungen, sich auf die Verteidigung zu konzentrieren. de Visser gelang es jedoch seine Angreifer geschickt zu koordinieren und einen unwiderstehlichen Angriff in Szene zu setzen und Meiser zur Aufgabe zu zwingen.

Die Kontrahenten Danny Schmidt und Christian Schramm lieferten sich an Brett 3 einen spannenden Kampf.
Schramm konnte einen gedeckten Freibauern auf dem Feld d3 platzieren und man hatte den Eindruck, Schmidt wäre schon arg in Nachteil geraten. Doch Schmidt spielte sehr erfindungsreich und stellte seinen Gegner vor schwierig zu lösende Probleme, der Ausgang der Partie war für lange Zeit ungewiss. Allerdings gelang es Schramm nach und nach, seine Stellung zu verbessern und weiteren Druck aufzubauen. Schmidt leistete zwar maximalen Wiederstand, musste aber leider nach heroischem Kampf die Segel streichen.

Die Partie zwischen Holger Nothnagel und Michael Janson wurde an Brett 4 angesetzt.
Janson geriet nach einer Ungenauigkeit in der Eröffnung in eine schwierige Lage. Nothnagel nutzte diesen Fehler konsequent aus und erzeugte starken Druck gegen einen rückständigen Bauern auf dem Feld c6. Im weiteren Verlauf der Partie versäumte Janson, die Stellung komplexer und unklarer zu gestalten, und musste sich letztendlich geschlagen geben.

Die Partie an Brett 5 zwischen Benedikt Gremm und Patrick Will wurde relativ früh entschieden.
Gremm kam gut in die Partie und hatte seine Figuren harmonisch und zielgerichtet entwickelt.
Will konnte durch eine Fesselung eines Springers durch einen Läufer ein taktisches Motiv zur Geltung bringen. Gremm unterschätzte wohl die daraus resultierenden gegnerischen Drohungen und konnte einen spielentscheidenden Materialverlust nicht verhindern. Und somit war auch das Schicksal dieser Partie besiegelt.

Die Auseinandersetzung zwischen Markus Nothnagel und Andreas Degenhardt fand an Brett 6 statt.
Degenhardt wurde in der Eröffnung mit einer Überraschung konfrontiert und war schon in dieser frühen Spielphase zur Improvisation gezwungen. Zwar gelang es Degenhardt zunächst korrekt fortzusetzen, doch im weiteren Verlauf der Partie konnte sein Gegner die schwarze Stellung positionell schwächen. Als Folge daraus geriet Degenhardt in eine gedrückte, defensive Stellung.
In Zeitnot setzte Degenhardt ungenau fort und wurde wenig später zur Aufgabe gezwungen.

An Brett 7 entwickelte sich eine interessante Auseinandersetzung zwischen Wolfgang Langer und Jonas Riemann.
Langer erreichte eine aussichtsreiche Position im Mittelspiel, hatte er doch eine gute Kontrolle über die Zentralfelder erlangt. Doch im weiteren Spielverlauf ergab sich eine unklare Stellung mit Chancen für beide Seiten. Langer konnte einen Freibauern auf der a-Linie bilden, im Gegenzug schmiedete Riemann Pläne für einen Angriff auf der Königseite mit dem Ziel, Langers König zu attackieren.
Der Angriff Riemanns verdichtete sich und Langer konnte keine ausreichende Verteidigung organisieren.

An Brett 8 kam es zur Begegnung zwischen Hans Emil Müller und Alexander Diener.
Diener geriet im Mittelspiel in eine missliche Lage, denn die gegnerischen Figuren waren bereits gefährlich in das schwarze Lager eingedrungen. Diener setzte alles auf eine Karte, brach alle Brücken hinter sich ab und setzte auf einen Gegenangriff. Dabei gelang es ihm, eine unanwendbare Mattdrohung aufzustellen und den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Welches Fazit lässt sich zu diesem Spieltag ziehen?
Das Ergebnis sagt alles – so könnte man die Ereignisse kurz und bündig zusammenfassen.
Aber das wäre wohl doch etwas zu einfach.
Gegen einen übermächtigen Gegner, der durchaus auch in höheren Spielklassen konkurrenzfähig wäre, musste die Lorscher Mannschaft eine herbe Schlappe hinnehmen. Das war zu erwarten und so kam es eben auch. In der einen oder anderen Partie war unter Umständen noch eine „Ergebniskosmetik“ möglich, die Niederlage wäre dennoch nicht abzuwenden gewesen.
Von daher sollte man diesen Wettkampf sportlich fair bewerten und akzeptieren, dass man auf einen überlegenen Gegner traf. Wenn das Bickenbacher Team weiterhin solch überzeugende Leistungen zeigt, dann sind sie mit Sicherheit der erste Anwärter für den Aufstieg.

Bericht von Michael Janson, Pressewart

Begegnungen in der Übersicht:

SK Bickenbach 1SC 1970 Lorsch 17:1
Keller, PeterWilhelm, Jochen1:0
de Visser, LeonMeiser, Markus1:0
Schramm, ChristianSchmidt, Danny1:0
Nothnagel, HolgerJanson, Michael1:0
Will, PatrickGremm, Benedikt1:0
Nothnagel, MarkusDegenhardt, Andreas1:0
Riemann, JonasLanger, Wolfgang1:0
Müller, Hans EmilDiener, Alexander0:1